Fit ins Job Interview - Part II Selbstpräsentation

Fit ins Job Interview - Part II "Selbstpräsentation"

Nachdem du das erste Kennenlernen und den Smalltalk gut gemeistert hast, geht es nun tiefer in deine Persönlichkeit. Die zweite Phase ist die Selbstpräsentation und hat einen hohen Stellenwert in Job Interviews.

„Erzählen Sie doch mal etwas über sich!“

Ein Klassiker in der Eröffnung der Selbstpräsentation. Was bedeutet dies für dich? Und wozu dient die Selbstpräsentation? Personalentscheider haben hier die Möglichkeit, dich live zu erleben und zu beobachten und zwar im Rahmen jener Fakten, die sie aus deinem Lebenslauf kennen. Du sollst dich selbst beschreiben, deinen Werdegang, deine bisherigen Erfolge, deine Arbeitsweise. Und damit begründen, warum DU der richtige für die Vakanz bist und mit deiner Persönlichkeit und Expertise das Unternehmen weiter voranbringst. Beängstigend? Nein! Ganz im Gegenteil. Der Vorteil: Du kannst dich optimal vorbereiten, Überraschungsmomente kommen hier im Regelfall nicht vor. Für dich ist dieser Part essenziell, du kannst das Wesentliche auf den Punkt bringen und Werbung in eigener Sache betreiben.

Was will der Personaler?

Personalentscheider interessieren sich in der Phase insgeheim hauptsächlich für folgende Fragestellungen:

  • Gibt es Widersprüche oder Lücken im Lebenslauf?
  • Wie werden Erfolge/Misserfolge begründet?
  • Und ganz wichtig: Passen die vorgestellten Kompetenzen und Stärken zum Anforderungsprofil der jeweiligen Position?

Gerade der letzte Punkt ist enorm wichtig, oftmals sogar entscheidend. Der Fokus in deiner Selbstpräsentation muss zwingend darauf liegen, dass du einen Bezug zum Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle herstellen kannst!

Laaangeweile oder funkelnde Augen – So springt der Funke über

Aus der Erfahrung einer Vielzahl an Gesprächen kann ich sagen, dass die Selbstpräsentation prägnant ablaufen sollte. Bitte kein „blabla“. Kein emotionsloses, chronologisches herunterleiern der beruflichen Stationen. Nicht jede Tätigkeit im Lebenslauf muss langwierig erklärt werden. Es geht vielmehr um die prägenden Highlights in deinem beruflichen Leben; also die wirklich wichtigen Stationen, die dich zugleich für die vakante Stelle empfehlen. Bereite dich vor, schaue dir die Anforderungen der Vakanz genau an, mach dich mit dem Unternehmen und der Branche vertraut. Nutze hierfür auch die Karriereseiten des Unternehmens (Homepage, Xing, etc.).

Wer bist du, was kannst du, was willst du!

Folge genau dem Prinzip und erstelle dir einen Leitfaden. Persönlichkeit/Interessen, Schulabschluss/Ausbildung, Anstellungen, praktische Erfahrungen, Schwerpunkte. Wer bist du, was kannst du! Und finde den Bezug zur ausgeschriebenen Position. Warum willst du den Job? Was willst du beruflich erreichen? Gewinnbringend an der Stelle ist das Benennen von Mehrwerten für das Unternehmen bei einer Einstellung deiner Person.

Zwei Beispiele:

„Insbesondere diese praktischen Erfahrungen, gerade in der Kundenbetreuung und der Neukundengewinnung, passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen dieser Stelle. Ich bin sicher mein Wissen hier gewinnbringend für Sie einsetzen und erweitern zu können.“

„In meiner letzten Anstellung im HR-Bereich war ich mitverantwortlich für die Implementierung der digitalen Personalakte. Hier konnte ich eine Vielzahl an gewinnbringenden Erfahrungswerten sammeln, was Sie anhand der ausgeschriebenen Position durchaus interessieren dürfte…“.

Weitere Pluspunkte gewinnst du, wenn echte Begeisterung und gerne auch Emotionen spürbar werden. Was reizt dich an dem Job und warum willst du ihn unbedingt? Bringe es ganz deutlich und konkret zum Ausdruck! Kombiniert mit einer positiven Körpersprache.

Und bitte: Vermeide Floskeln! „Hohes Engagement, Teamgeist, Leistungsbereitschaft, Motivation,…“. Sorry, jedoch möchte dies heutzutage niemand mehr hören. Weil es Grundvoraussetzungen sind!

Bleibenden Eindruck hinterlassen

Fasse zum Abschluss deiner Selbstpräsentation nochmal zusammen, was der Auslöser deiner Bewerbung war und mache deutlich was du dir mit der Position versprichst. Hier empfiehlt es sich -neben deinen Qualifikationen und Mehrwerten- ebenfalls das Unternehmen selbst, die Ausrichtung, die Marke oder die Philosophie und die Werte nochmal hervorzuheben. Auch hierüber findest du Informationen in der Regel über den Internetauftritt des Unternehmens.

Du merkst, die Phase der Selbstpräsentation kann für dich ein echter Milestone sein! Übe diesen Part, überlasse nichts dem Zufall! Du kennst sowohl dich mit deinen Berufserfahrungen und Affinitäten als auch die Vakanz mitsamt den Anforderungen. Spiele die Selbstpräsentation vor dem Spiegel oder vor echten Zuhörern und lass dir Feedback geben. Nutze deinen Vorteil - und du bist deinem Lieblingsjob wieder einen großen Schritt näher!

Look Forward

Im nächsten Blog werden wir uns an die Fragen der Personaler herantasten und dir wertvolle Tipps, Antwortmöglichkeiten und Hintergründe mitgeben. Fragen zur Persönlichkeit, Schätzfragen, Stressfragen, Verhaltensfragen und natürlich die allgemeinen Klassiker. Eins vorweg: Auf die Frage „Besitzen Sie Erfahrung in einer Führungsposition?“ ist die Antwort „Ja, ich bin Admin in einer WhatsApp-Gruppe!“ nicht die optimalste Antwort.