Mal ehrlich: In einem Bewerbungsgespräch wollen wir versuchen, uns von unserer besten Seite zu zeigen! Das ist völlig normal. Und auch gut so. Bewerber möchten überzeugen. Unternehmen möchten sich attraktiv präsentieren. Schließlich geht es darum, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Beidseitig. Problematisch wird es allerdings dann, wenn aus der besten Seite plötzlich eine geschönte Version der Realität wird. Denn genau hier beginnen viele Fehlbesetzungen.
Kennen wir alle oder? Bewerber erzählen, dass sie gerne eigenverantwortlich arbeiten, obwohl sie sich eigentlich mehr Orientierung wünschen. Unternehmen sprechen von flachen Hierarchien, obwohl Entscheidungen ausschließlich von oben getroffen werden. Bewerber verschweigen ihre Zweifel. Unternehmen verschweigen ihre Herausforderungen. Und am Ende starten beide Seiten mit Erwartungen, die wenig mit dem tatsächlichen Arbeitsalltag zu tun haben.
Die Enttäuschung kommt dann oft erst später. Nach einigen Wochen. Nach einigen Monaten. Oder manchmal schon am ersten Arbeitstag. Dabei könnte vieles so viel einfacher sein.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Ehrlichkeit einer der unterschätztesten Erfolgsfaktoren im Recruiting ist. Und zwar für beide Seiten. Für Bewerber bedeutet Ehrlichkeit, offen über Wünsche, Erwartungen und auch Grenzen zu sprechen. Nicht jeder Mensch möchte Führungskraft werden. Nicht jeder sucht den nächsten Karrieresprung. Nicht jeder fühlt sich in einem Großraumbüro wohl oder möchte ständig auf Dienstreise sein. Und das ist vollkommen in Ordnung. Denn nur wenn Unternehmen wissen, was Bewerber wirklich brauchen, können sie einschätzen, ob es langfristig passt.
Genauso wichtig ist Ehrlichkeit auf Unternehmensseite. Kein Unternehmen ist perfekt. Und das erwartet auch niemand. Aber Bewerber möchten wissen, worauf sie sich einlassen. Wie wird geführt? Was läuft gut? Wo gibt es vielleicht gerade Herausforderungen? Wie sieht der Alltag tatsächlich aus?
Merke: Ein Unternehmen gewinnt keine guten Mitarbeitenden, indem es Probleme verschweigt. Es gewinnt die richtigen Mitarbeitenden, indem es authentisch ist.
Denn Menschen können mit Herausforderungen umgehen. Was sie nicht mögen, sind falsche Erwartungen.
Bei uns bei job meets life zum Beispiel ist diese Ehrlichkeit im Matching-Prozess essenziell. Denn wir verstehen uns nicht als klassische Vermittler, die einfach Lebensläufe verschicken und hoffen, dass es irgendwie passt. Wir möchten beide Seiten wirklich kennenlernen.
Die Bewerber. Ihre Ziele. Ihre Wünsche. Ihre Werte. Aber auch ihre Bedenken. Und genauso die Unternehmen. Ihre Kultur. Ihre Führung. Ihre Stärken. Aber eben auch die Themen, an denen sie noch arbeiten.
Manchmal führen genau diese ehrlichen Gespräche dazu, dass wir sagen: "Das wird wahrscheinlich nicht passen." Und weißt du was? Das ist völlig okay. Denn jede nicht passende Vermittlung spart beiden Seiten am Ende Frust, Zeit und Enttäuschungen.
Viel schöner sind die Gespräche, in denen plötzlich Klarheit entsteht. Wenn Bewerber sagen: "Gut, dass wir darüber gesprochen haben." Oder Unternehmen erkennen: "Genau so jemanden suchen wir." Dann entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit.
Unser Ziel bei job meets life ist deshalb nicht die schnellste Besetzung. Unser Ziel ist die richtige Besetzung. Wir bauen die Brücke zwischen Bewerbern und Unternehmen, schaffen Transparenz auf beiden Seiten und begleiten den gesamten Prozess mit offenen, ehrlichen Gesprächen. Denn am Ende suchen beide Seiten doch eigentlich das Gleiche: Eine Zusammenarbeit, die langfristig funktioniert.
Mein persönliches Fazit? Ehrlichkeit im Recruiting ist manchmal unbequem. Aber eine Fehlbesetzung ist deutlich unbequemer. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an offen miteinander zu sprechen. Über Erwartungen. Über Wünsche. Über Herausforderungen. Und über das, was wirklich wichtig ist.
Denn dort, wo Ehrlichkeit beginnt, entsteht meistens auch das, wonach wir alle suchen: Ein echtes Match zwischen Mensch und Unternehmen.