Früher wurde vor allem über Burnout gesprochen. Heute begegnen mir immer häufiger drei Begriffe: Burnout. Boreout. Innere Kündigung.
Und das Verrückte daran? Die Symptome sehen sich oft ähnlicher, als viele denken. Der eine arbeitet dauerhaft über seiner Belastungsgrenze. Der andere fühlt sich permanent unterfordert. Und wieder jemand hat längst die emotionale Verbindung zum Job verloren. Das Ergebnis ist häufig dasselbe: Keine Energie mehr. Keine Motivation mehr. Keine Freude mehr. Und genau deshalb lohnt es sich, die ersten Anzeichen frühzeitig ernst zu nehmen.
Als Mitarbeiter. Aber genauso als Arbeitgeber. Burnout entsteht oft nicht von heute auf morgen. Es beginnt häufig mit kleinen Dingen. Man ist ständig müde. Kann nach Feierabend nicht abschalten. Nimmt die Arbeit gedanklich mit ins Bett. Die Geduld wird weniger. Die Freude an Aufgaben verschwindet. Und irgendwann funktioniert man nur noch.
Boreout wird dagegen oft übersehen. Dabei leiden die Betroffenen ebenfalls. Permanent unterfordert zu sein, keine sinnvollen Aufgaben zu haben oder jeden Tag das Gefühl zu bekommen, nicht gebraucht zu werden, kann genauso belastend sein. Auch hier entstehen Frust, Erschöpfung und innere Distanz.
Und dann gibt es noch die innere Kündigung. Ein Thema, das Unternehmen oft teuer zu stehen kommt. Denn körperlich ist der Mitarbeiter noch da. Emotional aber längst nicht mehr. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten nur noch eine geringe emotionale Bindung zum Arbeitgeber hat. In Studien lag der Anteil der Mitarbeiter mit innerer Kündigung zuletzt bei rund 19 Prozent. Gleichzeitig steigt die Wechselbereitschaft seit Jahren an. [nwx.new-work.se], [der-betrieb.de] Das bedeutet: Fast jeder fünfte Mitarbeitende hat innerlich bereits Abstand zum Unternehmen aufgebaut. Die Frage ist also nicht, ob Unternehmen betroffen sind. Sondern ob sie die Anzeichen erkennen.
Als Mitarbeiter solltest du aufmerksam werden, wenn du morgens dauerhaft ohne Energie in den Tag startest, dir alles egal wird oder du nur noch von Wochenende zu Wochenende denkst.
Als Arbeitgeber solltest du hinschauen, wenn Motivation plötzlich nachlässt, Mitarbeitende sich zurückziehen, Engagement verschwindet oder die Stimmung im Team kippt.
Denn hinter vermeintlicher Unlust steckt häufig etwas ganz anderes. Erschöpfung. Fehlende Wertschätzung. Unterforderung. Oder einfach ein Umfeld, das nicht mehr zum Menschen passt. Und genau hier wird es spannend. Denn viele dieser Entwicklungen lassen sich verhindern. Nicht durch Obstkörbe. Nicht durch noch mehr Benefits. Sondern durch ehrliche Gespräche. Durch Feedback. Durch passende Aufgaben. Durch Führung, die wirklich Interesse an Menschen hat.
Und durch die Frage: Passt der Mensch eigentlich noch zu seiner Rolle, seinem Team und seinem Unternehmen? Genau an diesem Punkt unterstützen wir übrigens mit job meets life. Wir sprechen regelmäßig mit Menschen, die im Grunde nicht unmotiviert sind. Die nur lange in einem Umfeld gearbeitet haben, das nicht mehr zu ihren Bedürfnissen, Werten oder Lebensumständen passt. Gleichzeitig erleben wir Unternehmen, die gute Mitarbeitende verlieren, obwohl sie vieles richtig machen. Oft fehlt nicht die Kompetenz. Oft fehlt die Passung.
Deshalb begleiten wir nicht nur Kandidaten bei der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive. Wir unterstützen auch Unternehmen dabei, ihre Mitarbeitenden besser zu verstehen, Kultur sichtbar zu machen und langfristig die Menschen zu gewinnen und zu halten, die wirklich zum Unternehmen passen. Denn die beste Prävention gegen Burnout, Boreout und innere Kündigung beginnt meist viel früher:
Bei Wertschätzung. Bei Kommunikation. Bei einer gesunden Unternehmenskultur. Und bei der Frage, ob Mensch und Job wirklich zusammenpassen.
Mein persönlicher Gedanke zum Schluss: Nicht jeder schlechte Tag ist ein Warnsignal. Aber wenn aus schlechten Tagen schlechte Wochen werden und aus schlechten Wochen ein Dauerzustand, dann sollte man genauer hinschauen. Denn Arbeit darf fordern. Sie sollte uns aber nicht dauerhaft erschöpfen. Und genau deshalb lohnt es sich manchmal, frühzeitig miteinander zu sprechen. Bevor aus Unzufriedenheit ein Problem wird.
Hast du Gedanken dazu? Oder sogar Redebedarf? Melde dich gerne bei mir/uns.