Ich glaube, fast jeder von uns war schon mal an diesem Punkt.
Der Frust im aktuellen Job wird größer. Die Bewerbungen laufen. Und irgendwann denkt man sich: „Ach komm, Hauptsache erstmal raus hier.“
Kann ich völlig verstehen. Wirklich. Aber genau an dieser Stelle passieren oft die größten Fehler im Bewerbungsprozess. Nicht fachlich. Nicht im Lebenslauf. Sondern beim Thema Culture Fit. Denn wenn wir ehrlich sind, bewerben sich viele Menschen nicht auf den Job, den sie wirklich wollen. Sondern auf den Job, der gerade verfügbar ist. Und das ist ein großer Unterschied.
Einer der häufigsten Fehler dabei ist, sich im Bewerbungsgespräch zu verstellen. Plötzlich wird aus dem Menschen, der klare Strukturen braucht, jemand, der wahnsinnig flexibel ist. Aus jemandem, der gerne im Team arbeitet, wird der geborene Einzelkämpfer. Und aus jemandem, der Wert auf Work-Life-Balance legt, wird über Nacht ein Mensch, der für den Job angeblich jederzeit erreichbar ist.
Warum? Weil man gefallen möchte. Weil man die Stelle haben möchte. Weil man glaubt, die „richtigen“ Antworten geben zu müssen.
Das Problem daran: Vielleicht bekommst du den Job. Aber du bekommst ihn als eine Version von dir, die es im Alltag gar nicht gibt. Und spätestens nach ein paar Monaten wird das anstrengend. Für dich. Und für das Unternehmen.
Ein weiterer Fehler ist, die eigenen Bedürfnisse komplett auszublenden. Viele Bewerber konzentrieren sich auf Gehalt, Aufgaben oder den Jobtitel. Alles wichtige Punkte. Aber viel zu selten fragen sie sich: Wie möchte ich eigentlich arbeiten? Was brauche ich, um mich wohlzufühlen? Welche Unternehmenskultur passt zu mir? Wie möchte ich geführt werden?
Denn genau diese Fragen entscheiden häufig darüber, ob jemand langfristig zufrieden ist oder schon nach kurzer Zeit wieder über einen Wechsel nachdenkt.
Ich erlebe auch immer wieder Bewerber, die sämtliche Warnsignale ignorieren. Das Bauchgefühl meldet sich. Irgendetwas fühlt sich komisch an. Die Kommunikation wirkt unprofessionell. Fragen werden ausweichend beantwortet. Die Stimmung wirkt angespannt. Aber man redet es sich schön. Schließlich möchte man den Job ja unbedingt.
Mein Rat? Nimm dein Bauchgefühl ernst. Nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Aber als wichtigen Hinweis. Denn oft merken wir früher als wir denken, wenn etwas nicht zu uns passt.
Genau deshalb sprechen wir bei job meets life so viel über Culture Fit. Wir möchten, dass Menschen nicht einfach irgendeinen Job finden. Wir möchten, dass sie den richtigen Job finden. Dafür schauen wir nicht nur auf Qualifikationen und Lebensläufe. Sondern vor allem auf die Menschen dahinter. Was ist dir wichtig? Was motiviert dich? Wie möchtest du arbeiten? Und welches Umfeld brauchst du, um erfolgreich zu sein?
Gleichzeitig kennen wir die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sehr genau. Wir wissen, wie die Teams ticken, welche Kultur gelebt wird und welche Menschen dort besonders gut ins Umfeld passen. Genau dadurch können wir eine Brücke bauen. Zwischen den Erwartungen der Bewerber und den Vorstellungen der Unternehmen.
Mein persönliches Fazit? Der größte Bewerbungsfehler ist oft nicht ein schlechter Lebenslauf oder eine unglückliche Antwort im Gespräch. Der größte Fehler ist, sich so sehr auf den Job zu konzentrieren, dass man sich selbst dabei aus den Augen verliert. Denn ein Job kann auf dem Papier perfekt aussehen. Wenn er nicht zu dir passt, wird er es im Alltag auch nicht werden.
Genau aus dem Grund darf die Frage im Bewerbungsprozess nicht nur lauten: „Will mich das Unternehmen?“ Sondern auch: „Will ich dort überhaupt jeden Morgen hingehen?“ 💚
Wie ist deine Meinung zu dem Thema? Schreib mir gerne und wir kommen in den Austasuch.
Liebe Grüße, eure Jenni